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19.05.2012

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Aktion - Ich bin berufen

Mitglieder unserer Pfarrgemeinde erzählten anlässlich des Jahres der Berufung im Gablinger Gemeindeanzeiger von ihrer persönlichen Berufung.

Wir haben die Texte gesammelt und hier zum Nachlesen veröffentlicht.
Jahr der Berufung

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Rosa Eberle, 32 Jahre, Kleinstkindergottesdienste

Im September 2003 fand ein Treffen von Müttern aus den Mutter-Kind-Gruppen mit unserem Herrn Pfarrer statt Dabei entstand die Idee, Gottesdienste für Kinder von 0 bis 4 Jahre anzubieten. Schnell hatten sich drei Mütter gefunden, die bereit waren, den Kleinstkindergottesdienst ins Leben zu rufen. In unseren Gottesdiensten machen die Kleinsten unserer Pfarrgemeinde ihre ersten Erfahrungen mit Elementen, die in jedem Gottesdienst vorkommen - Kreuzzeichen, Lieder, das Vaterunser.... Das Mitgestalten dieser Gottesdienste ist für mich eine große Bereicherung und zeigt auch mir immer wieder aufs Neue, das Gottes Liebe so wunderbar groß ist, wie sie in einem Lied besungen wird. Besonders schön ist es, wenn auf dem Nachhauseweg meine Tochter fragt: "Mama, wann gehen wir wieder in die Kirche?"

Manfred Trenker, 34 Jahre, Lektor

Es gibt doch nichts Schöneres als nach längerer Abwesen- heit wieder nach Hause zu kommen. Dies habe ich vor 14 Jahren im übertragenen Sinn erlebt; als ich zurück zur Kirche bzw. zum Glauben gefunden habe. Aus lauter Dank- keit und Freude habe ich mich damals dazu entschlossen, eine Marienweihe abzulegen. Maria wollte ich meinen weiteren Lebensweg anvertrauen, damit sie mich an der Hand immer mehr hin zu Christus führen möge. Der von mir ausgeübte Lektorendienst soll ein weiteres kleines Zeichen des Dankes sein, denn ohne Maria an der einen Hand und Christus an der anderen Hand wäre ich nach meiner Umkehr sicherlich wieder im Graben gelandet. Außerdem ist mir das Wort Gottes sehr wichtig. Ich bin davon überzeugt, dass es ein lebendiges, zum Guten hin veränderndes Wort ist. Erneut darf ich dankbar sein gerade in unserer jetzigen Zeit, in der so viel Negatives und Überflüssiges auf uns einströmt, die Texte unserer Pfarrgemeinde vorzulesen, die aufbauen und uns zum Positiven hin verwandeln. Dabei kann auch ich nur bestätigen, dass ich mich in meinem Dienst oft mehr als der Beschenkte und weniger als der Gebende fühle. Gott ist gut.

Eva Schäble, Mitarbeiterin im Kinderarbeitskreis

Ich habe mich gefreut, als ich vor ein paar Jahren gefragt wurde, ob ich im Kinderarbeitskreis mitmachen möchte. Nachdem ich selbst früher in meiner Pfarrgemeinde Gruppenstunden als etwas sehr Schönes erlebt habe, gerne singe und etwas weniger gern bastle, konnte ich mir gut vorstellen, dass ich mit Hilfe des erfahrenen netten Teams in die Aufgabe hineinwachsen würde. Meine Tochter ist im richtigen Alter für den Arbeitskreis, so dass ich die Wünsche und Bedürfnisse der Kinder noch etwas erahnen kann. Es ist für mich und ich denke, auch für die Kinder, sehr schön und wichtig, Gemeinde - Gemeinschaft zu erleben. Durch die Erlebnisse mit den Kindern, den Gesprächen im Vorbereitungsteam und nicht zuletzt durch die Mitverantwortung für einen kleinen Bereich im Gemeindeleben wurde mein Leben auf jeden Fall bereichert. Meist sage ich ganz leise nach einem Kindernachmittag: "Gott sei Dank - es war schön und alles ist gut gegangen."

Franziska Roßmann, 18 Jahre, Oberministrantin, Jugendgottesdienst-Vorbereitungsgruppe, Lektorin
Dominik Schuster, 18 Jahre, Oberministrant, Ersatz-Organist, Webmaster

Manchmal dürfen wir die wundervolle Erfahrung machen, dass aus etwas ganz Kleinem im Laufe der Jahre etwas viel Größeres wird. Klein haben wir beide angefangen, als wir vor etwa 10 Jahren zum ersten Mal als Ministranten am Altar stehen durften. Inzwischen haben wir - schon seit etlichen Jahren - die schöne und bereichernde Aufgabe, die Gruppe der Ministranten zusammen zu leiten. Schon immer stand für uns beide fest, dass die Ministranten mehr als eine gewöhnliche Jugendgruppe sind und heute sind "unsere" Minis nicht mehr aus unserem (Glaubens-)Leben wegzudenken. Wir sind unheimlich stolz auf unsere tolle Gruppe, wir freuen uns miterleben zu dürfen, wie aus kleinen Minis Große werden und es ist für uns jedes Mal wieder schön, zu sehen, welch unwahrscheinlich starke Gemeinschaft sich besonders bei unseren Sommerausflügen immer entwickelt. Unser größter Wunsch für die Zukunft der Minis ist, dass die Zeit als Ministrant sie prägt - sowohl als gläubige, junge, engagierte Christen als auch als verantwortungsbewusste, umsichtige und verständnisvolle Menschen. Wir hoffen sehr, dass sie auch in späteren Jahren - genauso wie wir - noch oft an ihre Erlebnisse und Erfahrungen bei den Ministranten zurückdenken und dass wir als Oberministranten dazu beitragen können, dass sie alle in ihrem Glauben bestärkt werden, dass jeder von ihnen spürt, welche Kraft von einer im Glauben und Gott verwurzelten Gruppe ausgeht und dass sie auch noch später ihre Beziehung zu Gott aktiv pflegen werden.

Christian Wittmann, 37 Jahre, Kirchenchor

Ich bin Christian Wittmann, 37 Jahre alt und seit 2004 Mitglied im Kirchenchor der Pfarrei St. Martin. Meine Begeisterung für Musik ist an sich nichts Neues - aber früher hätte ich gerade deswegen nicht daran gedacht in einem Kirchenchor zu singen, weil ich es für sehr verstaubte Musik ge- halten hätte. Doch neben der Geselligkeit im Chorleben sind es nun gerade die Lieder und Werke, die mich total an meiner neuen Aufgabe begeistern.

Schon so mancher "Berufung" bin ich in meinem Leben gefolgt, doch früher haben diese manchmal ein schmerzhaftes Ende gefunden, bis ich 1999 zum ersten Mal das Gefühl hatte, einen Ruf zu hören, der von Gott kam. Damals hörte ich die biblische Geschichte von Elia, der bei einer Begegnung mit Elisa diesem seinen Mantel überwarf, was symbolisch die Berufung Elisas zum Prophet bedeutete. Als ich diesen Satz hörte, war mir, als stünde Jesus neben mir und sagt: "Komm mit!" Ich wusste, dass dies ein bedingungsloses Ja von mir forderte. Praktisch hatte das zur Folge, dass ich anfing, die Bibel zu studieren, welche ich vorher nur aus dem Religionsunterricht kannte.

Somit wuchs der Ruf in mir zu einer Berufung und ich fing an, einen Weg zu erforschen, der für mich vorbereitet war.

Gott sagt zu uns in Psalm 91: "Er liebt mich, darum will ich ihn erretten, er kennt meinen Namen, darum will ich ihn schützen." Was auch immer nun kommen mag, dieser Satz wird immer für mich gelten.

Im Falle meiner Berufung zum Kirchenchor erging der Ruf Gottes von ein paar Chormitgliedern, die mich unabhängig voneinander fragten, zu ihnen zu kommen. Ein - wie ich finde - durchaus legitimes Mittel von Gott jemanden in eine Berufung zu führen.

Angelika Dieminger, 51 Jahre

In unserem christlichen Bekenntnis sollen wir sprichwörtlich "nicht nur die Asche hüten, sondern die Flamme weitertragen", demnach müßten wir das Medium der Ausstrahlung sein und das Evangelium mit Leben erfüllen.

Als man mich vor etlichen Jahren bedrängte, durch einen örtlichen Zeitschriften- und Kalenderverkauf die weltweite, segensreiche Arbeit der Steyler Missionare zu unterstützen, bat ich mir eine Bedenkzeit aus. Doch als ich erkannte, unter welch schwierigen Bedingungen diese Berufenen ihr Lebenswerk der Nächstenliebe erfüllen, wäre ein "Nein" meinerseits wohl beschämend gewesen. Heute verrichte ich mit Freude diesen selbstlosen Dienst, komme dabei mit Mitmenschen ins Gespräch, höre und teile so manche Ängste/Leidensgeschichten und bin bestrebt, hier und dort einen hilfreichen Ratschlag oder ein tröstendes Wort des Mitgefühls zu geben. Ich lerne Menschen guten Willens kennen, welche ihr Herz für die Not anderer bereitwillig öffnen und vielleicht auf diesem Wege einen Segen erfahren.

Aus Dankbarkeit für meine Genesung nach langjähriger Erkrankung fühle ich mich zudem berufen, den oftmals unbeachteten Kerker-Herrgott mit Hingabe zu pflegen, um diesem stillen Gebetsort eine einladende Atmosphäre zu verschaffen.

Wohl den Menschen, die in ihrer Berufung und Opferbereitschaft auch eine innere Erfülltheit verspüren.

Vielleicht entdecken in unserer Glaubensgemeinde auch wieder mehr Menschen ihre Berufung für die Teilnahme am Rosenkranzgebet?

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