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„Wir redeten über Gott und die Welt“. Oft hört man diese Redewendung, wenn man sagen will, dass man sich über alles mögliche unterhalten hat. Doch es steckt mehr dahinter: Wie bei vielen Sprichwörtern und Redewendungen läßt sich auch hier ein feines Gespür erkennen für die tieferen Schichten der menschlichen Bedürfnisse.
„Gott und die Welt“- diese beiden Bereiche gehören zusammen, sie ergeben eine Einheit, die für die Harmonie im Menschen notwendig ist. Doch in unserer Zeit wird die Welt immer lauter und das Göttliche immer leiser. Es fällt uns schwer, Gott zu hören, über Gott zu sprechen, ja sogar Gottes Wirken in unserem Leben überhaupt bewusst wahrzunehmen.
Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung: Wir möchten uns mit Ihnen Gedanken machen, auf wieviel unterschiedliche, wunderbare und einfache Weisen, Gott in unserem Leben spürbar und erfahrbar sein kann.
Ab Ende September 2006 finden Sie in unserem Gemeindeanzeiger Eindrücke und Zeugnisse von Menschen aus der Pfarrei, für die Gott spürbar ist. Hier dokumentieren wir unsere Reihe auch auf unserer Homepage zum Nachlesen und Nachdenken.
Ihr Pfarrgemeinderat St. Martin
NR 1 - September 2006
Monika Schwab
42 Jahre, Mutter von drei Kindern, arbeitet als Pfarrhelferin
in Gablingen und Achsheim
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Ich erfahre Gott ...
- .... wenn sich eine Situation ohne mein Zutun zum Guten wendet.
- .... wenn ich in das Lied „Großer Gott, wir loben Dich“ einstimme.
- .... im Wachsen und Blühen der Natur.
- .... in der Heiligen Messe.
NR 2 - September 2006
Rudolf Seitz
56 Jahre alt, Vater von drei erwachsenen Kindern und stolzer Opa
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Ich erfahre Gott ...
- .....in der Heiligen Messe, wenn er mir bei der Feier der Eucharistie nahe ist.
- .....in schwierigen Lebenssituationen, wenn er mir die Augen öffnet, um den richtigen Weg zu finden.
- .... wenn ich mit meiner Familie nach einem schönen Urlaub wieder gesund zuhause angekommen bin.
- ....wenn ich mit meiner Frau auf der Terrasse sitze und einen Espresso genieße.
NR 3 - Oktober 2006
Anna Gebele
72 Jahre alt, seit 1983 verwitwet, ein Sohn, Hobbies:
Tiere, Natur, kleine Landwirtschaft, Radio Horeb hören, Kreuzworträtsel lösen
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Ich erfahre Gott ...
- ..... im Staunen über Gottes Schöpfung, Himmel, Erde, die Pflanzen, die Meere, die Tiefen des Alls, die Menschen und die Tiere. Wie erhaben und groß muss der Schöpfer selber sein!
- ..... im Wissen, dass ich selbst ein Teil dieser von Gott geliebten Schöpfung bin. Wie sollte ich mich von Ihm nicht angenommen fühlen, da er sogar den Sperling auf dem Dach in seinen Schutz nimmt.
- .....wenn unsere Mitgeschöpfe, die Tiere, mir ihr Zutrauen entgegenbringen und ich dann mit Gott und der Welt in schönster Harmonie bin.
- .... in meiner liebsten Bibelstelle (Joh 19,26) „Frau, siehe dein Sohn! Siehe, deine Mutter“ So hat Jesus Maria auch uns zur Mutter gegeben. Sie bleibt uns immer erhalten und stirbt uns nicht weg. An ihrer gütigen Mutterhand sind alle schwierigen Wege sicher begehbar.
NR 4 - Oktober 2006
Klaus Kratzer
43 Jahre alt, verheiratet und hat drei Kinder. Ausgleich zum Alltag findet er in seiner Familie und in seinen Hobbies: Joggen, Radfahren, Fußballspielen und mit den Hunden rausgehen.
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Ich erfahre Gott ...
- .....bei jedem Start in einen neuen Tag, den ich zusammen mit meiner Frau und meinen Kindern bei einem gemeinsamen Frühstück beginnen darf.
- ....wenn ich fast täglich als Jugendbeamter bei der Polizei Elend und Not bei Kindern und Jugendlichen feststelle, jedoch oft nicht helfen kann.
Da brauche ich Gott, der mir hilft, diese Situationen durchstehen zu können.
- .....wenn ich beim Joggen an einem Feldkreuz vorbei komme und ein Vater- unser unter freiem Himmel bete.
- .... erst vor kurzem ganz intensiv bei einer Abendmesse der charismatischen Gemeinde in Augsburg, welche von Herrn Bischof Walter zelebriert wurde.
NR 5 - Oktober 2006
Josefine Meyr
noch 59 Jahre alt, ist verheiratet und hat zwei Töchter und vier Enkel. Sie engagiert sich im Pfarrgemeinderat, sie mag Musik, liebt die Natur und unternimmt gern lange Wanderungen.
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Ich erfahre Gott ...
- ......bei der Feier der Eucharistie, weil ich mich da besonders mit Jesus und auch mit der Gemeinde verbunden fühle.
- .... in der Gemeinschaft mit Menschen, die mir nahe stehen. Ich denke, Gott stellt uns Menschen zur Seite, die dazu beitragen, dass unser Leben gelingt.
- ....wenn die ersten Schneeglöckchen das Ende eines langen Winters verkünden. Für mich ist es ein Zeichen, dass Gottes Ordnung und Liebe beständig ist.
NR 6 - Oktober 2006
Andrea Lenga-Roßmann
... ist 43 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder im Alter von 15 und 20 Jahren. Sie kocht und backt sehr gerne.
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Ich erfahre Gott ...
- ......wenn er mich nach dem Tod eines geliebten Menschen wieder aufrichtet und mir Kraft gibt, wieder Mut zu fassen.
- ....wenn meine beiden Kinder ihren Lebensweg in Schule und Studium gut meistern und sie den hohen Anforderungen in der heutigen Zeit Stand halten.
- ....wenn ich als Kommunionhelferin Dienst in der Kirche verrichten darf und dadurch Gott besonders nahe bin und durch diesen Dienst gestärkt werde.
NR 7 - Oktober 2006
Reiner Roßmann
... ist 57 Jahre alt, verheiratet und Vater zweier Kinder.
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Ich erfahre Gott ...
- ...... in der Gewissheit, dass Er immer bei mir war, wenn ich im Berufsleben oft das Gefühl hatte, die Arbeit nicht mehr bewältigen zu können.
- ..... wenn er mir hilft, auch trotz starker Schmerzen nicht zu verzagen.
- ...... in der Dankbarkeit, dass ich vor über 20 Jahren meine heutige Frau kennenlernen durfte, die das größte Glück für mich war und immer sein wird.
- .....wenn er mich in Gefahrensituationen im Straßenverkehr vor einem Unfall bewahrt und beschützt.
NR 8 - November 2006
Gabriele Reimann
... ist 32 Jahre alt, ledig und seit September 2005 im Kindergarten St. Martin in Gablingen als Leiterin tätig. In ihrer Freizeit entspannt sie sich beim Motorradfahren und Lesen.
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Ich erfahre Gott ...
- ....... wenn ich bei einer Motorradtour in die Berge im Lechtal anhalte und eine kurze Rast am Lech einlege! Die Ruhe, die Berge, das Wasser und die Natur um mich herum geben mir das Gefühl: Gott ist da!
- .....wenn ich nach einem anstrengenden, langen Tag eine „Pause“ in der Kirche oder in einer Kapelle einlege und „zu mir komme“. Ich spüre, Gott ist auch „da“.
- ..... wenn ich bei einer Familienfeier mit meinen Verwandten zusammensitze und in der Gemeinschaft ein schönes Fest gefeiert wird. Gott ist dabei.
NR 9 - November 2006
Helmut Scharpf
... ist bald 48 Jahre alt, verheiratet und Vater von vier Kindern. Der Fan von alten Western und kleinen Bäumen (Bonsai) ist seit 15 Jahren Mesner und Hausmeister in der Pfarrei St. Martin.
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Ich erfahre Gott ...
- ...... wenn ich mir bewusst mache, dass es zeitlebens Menschen um mich gab und geben wird, die mich lieb hatten (haben).
- ..... wenn ich beobachte, wie sich meine Kinder entwickeln.
- ..... wenn die Kirche voller Menschen ist und alle aus voller Kehle „Großer Gott, wir loben Dich“ oder „Stille Nacht“ singen.
- ..... wenn meinem Sohn oder mir beim Angeln ein dicker Fisch an den Haken geht.
NR 10 - November 2006
Josef Kaul
... ist 52 Jahre, verheiratet, 2 Töchter; wir wohnen seit August 2003 in Gablingen. Ich unterrichte an einem Gymnasium der Erzdiözese München und Freising Geschichte und katholische Religionslehre.
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Ich erfahre Gott ...
- ..... in meinen täglichen Begegnungen mit anderen Menschen:
Gotteserfahrung findet für mich in erster Linie in der Auseinandersetzung mit dem Nächsten statt. Mit dem Gebot „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (Mt 22,39) wird die Erfahrung, in meinem täglichen Leben immer wieder Gott zu begegnen, grundgelegt.
Dabei gehe ich von einer Dreiecksbeziehung GOTT – ICH – NÄCHSTER aus; diese Konstellation zeigt die Beziehung zu Gott und dem Nächsten, der vielleicht auch keiner oder einer anderen Religion angehört, wodurch der integrierende Charakter dieses Ansatzes deutlich wird.
Vor diesem Hintergrund übernehme ich Verantwortung und handle in Selbstachtung; die Verantwortung und die Liebe, die ich Anderen zu geben bereit bin, darf und muss ich auch mir entgegen bringen. Ich darf ja sagen zu Respekt und Toleranz, zu Hilfsbereitschaft und Belastungen, aber auch zur Abgrenzung aus Selbstachtung, denn bei allen Handlungen weiß ich mich in einer Rückbindung zu Gott. So sind meine täglichen Begegnungen immer eine Gotteserfahrung.
NR 11 - Dezember 2006
Christine Scharpf
...ist 42 Jahre alt, verheiratet und Mutter von vier Kindern. Sie liest gerne dicke historische Romane (mindestens 800 Seiten), schläft sehr gerne und kann sich beim Töpfern total entspannen.
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Ich erfahre Gott ...
- ......wenn unser Jüngster (3 Jahre alt) aus ganzem Herzen zu mir sagt: „Mama, Du hast mich gerettet!“, obwohl ich ihm nur von der Schaukel oder sonstwo runtergeholfen habe. So ein kindliches Vertrauen möchte ich gerne zu Gott haben.
- ..... wenn in unserem Garten meine Lieblingsrose „Sutter`s Gold“ blüht und ich Zeit und Muße habe, ganz lang dran zu riechen und mich an diesem wunderbaren Duft zu freuen.
- .... wenn ich Stellen aus der Bibel oder einzelne Begriffe wie „Erlösung“ und „Barmherzigkeit“ schon 999 Mal gehört und mit dem Verstand begriffen habe, aber erst beim 1000. Mal „rutscht“ es vom Kopf ins Herz und ich fühle, was es bedeutet.
- ..... nach einem langen erholsamen Schlaf.
NR 12 - Dezember 2006
Stilla Hruschka
...ist verheiratet, hat zwei Kinder und ist Oma von drei Enkeln.
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Ich erfahre Gott ...
- ..... im Pfarrgemeinderat, das miteinander Arbeiten, die Harmonie und die Bereitschaft füreinander da zu sein.
- .... wenn ich auf Wallfahrt unterwegs bin.
„Der Weg ist das Ziel!“ So erlebe ich eine Fußwallfahrt mit Singen und Beten und Schweigen. Die Naturschönheit begleitet uns. Das Wetter nehmen wir gelassen hin. Natürlich genießen wir auch Sonnenschein, aber es ist uns nicht das Wichtigste. Beim Abschlussgottesdienst sind wir Wallfahrer müde und dankbar und spüren die Kraft Gottes.
- ..... in meinen Enkeln.
„Papa“, fragt mein Enkel, der 5 Jahre alt ist, „hat der liebe Gott die Welt ganz allein erschaffen?“ „Ja“, sagt der Papa, „Gott kann alles.“ „Aber, Papa, mit einem einzigen Bagger? Da hatte Gott aber viel Arbeit. Gell, Papa, das kann nur der liebe Gott, sonst niemand.“
NR 13 - Januar 2007
Bernadette Wörle
... ist 54 Jahre alt, verheiratet, hat zwei erwachsene Töchter und arbeitet im Kindergarten St. Martin in Gablingen als Erzieherin.
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Ich erfahre Gott ...
- ...... während des Gottesdienstes, wenn ich zum Lobpreis Gottes im Kirchenchor singe.
- ...... an Festtagen – besonders an Weihnachten, wenn die ganze Familie zusammenkommt und ich das Weihnachtsevangelium vorlese.
- ..... wenn ich mit meinem Mann und Freunden bei einer Radtour die Schönheiten der Natur entdecke.
NR 14 - Januar 2007
Edith Olbrich
...ist 42 Jahre alt, verheiratet und stolze Mutter von drei – schon bald erwachsenen – Kindern. Sie arbeitet in einer Druckerei und begeistert sich für alle Arten von Basteln und Handarbeiten.
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Ich erfahre Gott ...
- ...... bei einem besonders schönen Sonnenaufgang oder wenn ganz früh überall die Tautropfen glitzern oder dicker Rauhreif alles einhüllt – dann habe ich das Gefühl, Gott schenkt uns diese Naturschauspiele – einfach nur, um uns eine Freude zu machen.
- ..... wenn ich in der Arbeit vor einem unlösbaren Problem oder in einer ausweglosen Situation stehe, dann flüchte ich zum Gebet und plötzlich tut sich eine Lösung auf, auf die ich nie gekommen wäre – dann weiß ich, dass uns Gott nie alleine läßt.
- ...... in der Kirche nach der Kommunion – da habe ich oft das Gefühl, dass ich Gott ganz nahe bin.
NR 15 - Februar 2007
Maria Pummer
...werde 75 Jahre alt und bin glückliche Oma von fünf Enkeln
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Ich erfahre Gott ...
- .. wenn ich daran denke, wie oft mir Gottes Liebe in meinem Leben die Kraft gab, Hindernisse zu überwinden, bei denen ich nicht mehr weiter wusste.
- ...in den Menschen, die sich liebevoll um Mitmenschen kümmern, die in Not geraten sind und in den vielen Menschen, die uneigennützig ein Ehrenamt übernehmen, um andere zu unterstützen.
- ....in Menschen, die chronisch krank sind und mit viel Geduld ihr Leiden zu bewältigen versuchen.
- .....in der Schönheit der Natur, wenn sich die herrlichen Blüten zur Sonne hin öffnen, in den köstlichen Früchten, die uns der Garten beschert.
- .... nicht zuletzt in den Sakramenten, die uns Jesus zu unserer Stärkung geschenkt hat.
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